Ein Dorf aus Marmor

Im Südtiroler Vinschgau liegt die kleine Gemeinde Laas. Rund 4.000 Einwohner leben in dem kleinen Dorf, das für seinen gleichnamigen Marmor bekannt ist. Das Stadtbild ist von strahlend weißem Laaser Marmor geprägt und lockt jedes Jahr unzählige Künstler, Liebhaber und Bewunderer an, die sich ausschließlich für die Pflastersteine, Treppen, Grabsteine, Skulpturen und Brunnen interessieren.

Aber auch die bekannte Pfarrkirche St. Johannes mit der Apsis aus dem 12. Jahrhundert, die zur Gänze aus Marmor gefertigt wurde, als auch die St. Sisiniuskirche aus dem 11. Jahrhundert und die St. Nikolauskirche aus dem 16. Jahrhundert erfreuen sich großer Beliebtheit unter den Touristen. Einmal im Jahr findet sogar im Rahmen des Laaser Kulturfests »Marmor & Marillen« eine Ausstellung marmorner Kleinkunstwerke statt.

Das Marmorvorkommen

Hoch über den Dächern des Dorfes wird der Marmor seit der Römerzeit abgebaut und ins Tal transportiert. Der systematische Abbau begann allerdings erst im 19. Jahrhundert – seitdem wird das Gestein aus 1.550 Metern Höhe mittels einer Seilbahn in die Tiefe befördert. Danach muss es auf Eisenbahnschienen den Berg entlang zu einer Standseilbahn transportiert werden, über die es dann letztendlich im Marmorwerk im Tal landet.

Das Material

Der Laaser Marmor ist besonders hart, widerstandsfähig und wetterbeständig, weshalb er besonders im 19. Jahrhundert von diversen Architekten und Steinbildhauern bevorzugt wurde. Heute werden nur noch vier der insgesamt 14 verschiedene Handelssorten (reinweißer Statuario, Bianco Lasa Classico, Bianco Lasa Ortles, Bianco Lasa Cevedale, Bianco Lasa Cevedale Nuvolato, Vena Oro, Vena Verde, Arabescato, Fior di Melo und Lasa Fantastico) vertrieben.

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