Fairer Stein?
Immer wieder hört man von unmenschlichen Arbeitsbedingungen bei der Gewinnung von Rohstoffen. Schokolade, die mit Kakao hergestellt wird der von Kindersklaven geerntet wird oder Textilien zu Discountpreisen deren Rohstoff Baumwolle von Kindern gepflückt wurde. Auch die Näharbeiten für viele Label der Bekleidungsindustrie werden zu Dumpinglöhnen und untragbaren Arbeitsbedingungen ausgeführt und die Elektroindustrie kämpft ebenfalls gegen das Image an, solche Lohndumpingmethoden und moderne Sklaverei zu fördern. Doch selbst der schöne Stein kann nicht immer den schönen Schein wahren, den das exklusive Material suggeriert.
Steineklopfen ist kein Kinderspiel
Das es sich bei Steinabbau um eine im Vergleich kleine Industrie handelt ist die Kontrolle hier besonders schwierig. Eine Dokumentation deckte einst auf, dass der gesamte Platz vor dem Kölner Dom mit Steinen gepflastert sei, die von Kindern in Indien abgebaut wurden. Ein Skandal und kein Imagegewinn für die Stadt. Doch die Bauherren waschen ihre Hände in Unschuld oder vielmehr in Unwissen. Denn Kontrollmechanismen und Dokumentationen über die Herkunft der Steine, die auf dem deutschen und europäischen Markt zu kaufen sind, gibt es nicht.
Schmutzige Steine
Die Kinder die in solchen Steinbrüchen schuften sind ab fünf Jahre jung und ruinieren sich mit der knochenbrecherischen Arbeit ihre Gesundheit. Atemwegserkrankungen und Knochenverschleiß lassen ihre Lebenserwartung auf wenig über 35 Jahre sinken. Und natürlich gehören Kinder sowieso nicht an die Arbeit sondern in Schulen und auf Spielplätze. Für den einheimischen Markt werden sie noch nicht einmal bezahlt, die Steine für den Export bringen wenigstens einen geringen Lohn von etwa 80 Cent am Tag, was auch nur ein geringer Trost ist. Eine verlorene Kindheit und eine verlorenen Gesundheit lassen sich damit wohl nicht aufwiegen. Wünschenswert wäre, dass es auch für Stein eine Art Fairtrade Siegel geben würde, wie es auch für alle anderen Produkte erforderlich wäre, das es aber nur für die wenigsten Rohstoffe gibt. Es kann trotzdem nicht schaden beim Kauf genauer nachzufragen, woher der Stein stammt und wie und von wem er abgebaut wurde. Keine Antwort ist dann meist auch schon eine Antwort.
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